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Kolumne Be-RUF-ung

Berufung gefunden – was jetzt?

in Kolumne by

Die Kolumnistin Elke Dola – Mindset-Ninja, zum Thema: Berufung da – Freude weg!

Drei Uhr nachts! Ich werde wach. Schweißgebadet, das Herz rast! Der letzte Gedanke, war es ein Traum? – oder endlich der RUF?

Wie lange habe ich gewartet, was habe ich nicht alles getan. Ausbildung, Studium, noch ein Studium, berufsfremd beworben, Job erhalten, vom Büro in die Selbstständigkeit, zum Bildungsträger als Dozentin, Vortragende, Ausbildung zum psychologischen Coach, Unternehmensberater… und jetzt ist es soweit, endlich weiß ich, was ich machen muss, soll, will und kann. Meine Be-RUF-ung hat mich gefunden.

Ich springe aus dem Bett, rase unter die Dusche, haste ans Laptop.

F… der RUF ist verklungen. Weg. Mist-Mist-Mist. Die Lösung war so nah. 9to5 so unfulfilled.

So kann es doch nicht weitergehen. Ich google. Google weiß leider auch nicht, was meine Berufung ist. Ich bin hartnäckig und finde Lösungen und zwar so viele und über so einen langen Zeitraum, dass ich denke, meine Berufung sei die Recherche nach genau dieser.

Da schreiben 23 jährige darüber, wie sie den Weg aus dem H…..rad (ich kann das Wort nicht mehr hören) ENDLICH gefunden haben, sie waren ihren sinnentleerten Brotjob sowas von leid. AHA. Doch schon. Andere schreiben wie sie ihr Hab und Gut verkauft haben, die ganze Zukunft passe nun in einen Koffer, sie seien ab sofort digitale Nomaden und posten weltbewegende Dinge aus Balu, Kuala Schlumpi und den Malträdiven wie z. B. lebe Deinen Traum und träume nicht Dein Leben. Boa hey. Welch Weisheit, bin ganz ergriffen. Bin ja schon seit einigen Jahren 39 und diese Blassheiten, äh Weisheiten hörte ich schon vor 20 Jahren.

Nun ja, allen ist gemein, dass sie es satt hatten für einen Chef in Hierarchien zu arbeiten, pünktlich ins Büro zu hetzen um dort der sinnentleerten Routine für ein Rentengeld, dass sie nie erhalten werden, nachzugehen. Doch, da ist was dran. Ja. Möglicherweise bin ich nur sauer, weil sie es so früh erkennen und ich in meinem hohen Alter niemals auf die wahrlich rebellische Idee gekommen bin, dass es anders sein könnte und die, die machen das einfach.  Ich geb´s zu. Sie haben allesamt Recht. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaber… war oder ist es auch die Erfüllung? Ist der Sinn des SEINS gefunden? Sind nun alle glücklich? Kaum war der Schrei nach Selbstverwirklichung ob des abgeschmackelten Wortes verklungen, da ploppte die Be-RUF-ung auf. Menschenmassen finden ihre ganz persönliche Berufung, plötzlich soll sie deutlich vor ihnen gestanden haben, latent vorhanden sei sie immer da gewesen aber irgendwie auch zu feige, an die Oberfläche zu kommen.

Erst braucht es ein Burnout oder eine Kündigung oder auf jeden Fall einen schicksalsträchtigen kick in the ass-dann scheint sie zu kommen.

Jetzt beraten die berufenen Frauen, die kein erfülltes Sexleben haben, Männer, die nicht flirten können, Redner, die nicht reden können, Urlauber, die nicht relaxen können und sind tagein und tagaus so glücklich, dass sie uns Screenshots ihrer Kontoauszüge mit den Monatsumsätzen posten müssen, weil sie all dies Glück allein gar nicht tragen können. Da kommt mir spontan die Idee: ich werde Berater für Berufene, die es noch nicht geschafft haben, über die monatliche 25.000 Euro Verdienstmarke zu springen und erst 22.000,- Euro verdienen. Mein Honorar liegt bei 10% des Monatsumsatzes pro Settingtag, Titel meines Buches, your magic 30.000.

Seufz, das wird wohl nichts. Na ja, woher aber kommt diese Sehnsucht nach einer sinnbringenden, erfüllenden Lebensaufgabe mit Spaß und Freude? Was ist passiert? Haben wir endlich begriffen, dass die Jagd nach Geld und einem noch größeren Auto in einer noch luxuriöseren Garage uns gar nicht glücklich macht?  Hat sie der Spruch, den sich übrigens mehrere Denker auf die Fahne schreiben, aufgerüttelt:

„Manche Menschen geben Geld aus, das sie nicht haben, für Dinge, die sie nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen.“

Oder wächst im Überfluss der Wunsch nach Einfachheit? Wie dem auch sei, eines ist gewiss, auch mich hat es gepackt. Kein Bock mehr auf miefiges Bürgertum, Einheitsbrei und mattmüdemarodes Spießertum.

Meine Suche nach der Berufung hat mich tatsächlich zu ihr geführt –

dann bin ich jetzt mal freudig erregt, tagein-tagaus 24 Stunden lang auch Sonn- und Feiertags und auch bei Regen und Hagelsturm. Völlig gechillt sitze ich bereits um 6.30 Uhr in der Früh am PC vor Facebook, twittere schnell noch das Wichtigste des Tages, schaue nach, wer außer mir nachts auch vor lauter Rechnungen und der Suche nach Auftraggebern nicht schlafen konnte, wünsche frohgelaunt allen einen megaerfolgreichen, hyper-giga-supra-ultra-neuen Tag und kippe die vierte Tasse Kaffee in meinen matten Körper, mindmappe kurz noch die 40 neuen Blogartikel bis zum Quartalsende und spreche auf dem Weg zur Dusche meine Podcast Episode 1017 ein.

Da fällt mir ein, ich muss ja noch ins Büro, denn meine Berufung lebe ich bislang ja neben meinem Hauptjob, bin ja nur halbcool und halbrisikofreudig, könnte aber auch an der Bank liegen, die kleinlich auf ihre doofen Raten für das kleinbürgerliche Haus am Stadtrand mit Vorgarten besteht (diese spießigen Bänker), oder an meinem Wunsch nach einem neuen Motorrad. Außerdem will ja das Geld für meine Berufung verdient werden, ich brauche ein kostenpflichtiges Theme von WP, ein Neumann-Mikrophon um professionell zu klingen, ca. 57 kostenpflichtige Seminare für die Schritte in die Berufung, einen Drucker, zwei bis drei Lichtkästen und eine Go-Pro für phantastische Aufnahmen meines aufregenden Lebens.

Mein Guten Morgen Video

muss ich wohl auf der Fahrt zum Büro übers neue i-Phone mit der speziellen Halterung für die Frontscheibe von Bäng & Ohrstraffungsstöpseln drehen, kein Problem. Nach meinem 8-Stunden Vollzeitjob jage ich nach Hause, um nachzusehen ob einer meiner Artikel viral gegangen ist. Muss ja, schließlich habe ich 3 Monate lang die Nächte durchgearbeitet um mich in WordPress, Seo, Keywords, Tags, Tribe, Salesfunnel und conversion Optimierung einzulesen.

Dann skype ich flugs noch mit meiner Mastermindgruppe, ich brauche die Überschrift aller Überschriften für meinen Blogartikel und mir wird ein Webinar empfohlen, welches in einer halben Stunde beginnt. Hungrig und nichtahnend, dass ich todmüde bin, drehe ich es mir in den Kopf und vergesse auch nicht einen lobenden Kommentar für die gelungene Darbietung abzugeben. Während ich mir ein Schnittchen belege höre ich einen Podcast über das Finden der Berufung und tippe dabei die wichtigsten Hinweise in mein Handy. Kauend rase ich zurück an den PC, 81 neue Nachrichten und 124 Freundschaftsanfragen wollen gewürdigt werden. Da fliegt eine Challenge herein, nur 21 Tage mit täglicher Aufgabe die höchstens eine Stunde erfordert, das mache ich in der Mittagspause, schaff ich, zack angemeldet.

Ja liebe Leser, die Freude an der Berufung ist groß, der Aufwand hoch – mein Hirn im Turbomodus. Als ich endlich um 1.30 Uhr ins Bett wanke fällt mir ein, dass ich noch mein Notizbüchlein auf das Nachttischen legen sollte, falls mich heute Nacht die zündende Idee ereilt, sonst kann ich sie nicht sofort notieren.

Seine Be-RUF-ung finden und leben ist kein Spaziergang.

Wenn Du bereit bist, aus Deinen Talenten ein erfolgreiches Business aus der Taufe zu heben, musst Du auch bereit sein, hart, wirklich hart und kontinuierlich daran zu arbeiten, vielleicht sogar um den Preis, weniger zu verdienen, keinen imageträchtigen Vollzeitjob mehr zu haben, von Freunden ausgelacht zu werden, Kritik einzustecken, Dich sichtbar und damit verletzlich zu machen, öffentlich zu sein ohne zu privat zu werden, Dich selbst zu vermarkten, weiter zu bilden, Tag und Nacht zu lernen und vor allem DRAN zu bleiben!

Kannst Du damit leben? Kannst Du Dir das vorstellen? Bringst Du diese Energie auf?

Mir hat das Universum den ultimativen kick in the ass verpasst und ja, ich habe Freude daran, soviel, dass ich meinen Noch-9to5-Job schaffe und danach eine zweite Schicht einlege von ca. 6 Stunden. plus der zwei vor der Arbeit.

Es gibt mir sogar Energie! Das aber der Moment, indem Du Deine Berufung findest auch der ist, an dem die unbändige Freude beginnt, ist wohl doch ein Trugschluss. Die kommt später, wenn Du hart, verdammt hart dafür gearbeitet hast und ob sie bleibt, das entscheidet sich wenn Du feststellst, ob Du ein Unter-Nehmer oder Unter-lasser bist.

Mindset-Ninja

Elke Dola (gen. Lilli)

Quovadix Mindset-Ninja Elke Dola
Quovadix Mindset-Ninja Elke Dola

Elke Dola – Mindset-Ninja für Körpersprache, Kommunikation und Ausstrahlung; geprüfte, psychologische Beraterin, Coach & Wirksamkeitstrainerin.

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(DAPR); Inhaberin der Onlineakademie Akademiedigital; Texterin für Homepages, Firmenphilosophien, Kolumnen und Bewerbungen; Nougatesserin und Motorradfahrerin, Freigeist und Klartextsprecherin.

20 Comments

  1. Haha Elke, da bist du ja on fire 🙂
    Sehe das auf der einen Seite ähnlich und auf der anderen Seite wiederum tangiert es mich nicht so, was andere machen.
    Wenn ich wo anders merke, da ist sooo viel Druck, so viel Hype und Möchtegern Show off, dann finde ich es einfach ein bisschen traurig. Aus meiner Sicht als Berufungs-Coach wird da nämlich das Wort falsch verwendet.
    Meine Berufung verbinde ich mit Erfüllung, beseeltem Tun & Sein, nicht mit Arbeitswut und vor allem nicht mit dem Hinterherlaufen von Marketing und sonstigen Gurus (und genau das findet ja statt, um nicht aus dem „Sichtbarkeitshimmel“ zu fallen, wie die „Experten“ raten).

    Jo, Business aufbauen und führen ist hammerhart, doch kommt für mich die Freude nicht danach, sondern währenddessen. Die feinen und leisen Töne, derer, die ihrem inneren Wesen einen Schritt näher gekommen sind. Menschen, die berührt werden und sich weiterentwickeln. Dann ist meine Arbeit kein „Ackern“ mehr, sondern Berufung 🙂

    Alles Liebe und danke für den feurigen Morgengruß!
    Lydia

  2. Schöner Artikel, ich denke viele unterschätzen das Selbstständig sein und vor allem die Kundenakquise und was sonst noch alles dazu gehört. Letzten Endes bleibt es halt eine Firma und nicht nur Berufung.

    • Wie wahr Patrick. Wenn aber Deine Firma Deiner Berufung entspricht, bist Du verdammt weit. Wenn Deine Firma nicht nur eine Selbstständigkeit ist, sondern du auch Unternehmer bist, ist alles richtig. Wie empfindest du dich? Als Selbstständiger, der in seiner eigenen Firma für alles selbstverantwortlich ist oder als Unternehmer, der seine Firma, sein Unternehmen voran treibt und AN seinem Unternehmen arbeitet? Bin gespannt auf Deine Antwort. Herzlichst Elke

  3. Hallo Elke,
    dein Artikel gefällt mir wirklich sehr gut und ich fand ihn sehr entertaining. Zuerst bin ich ein bisschen über die Feinaggression des Sarkasmus gestolpert 😉 aber wie gesagt durch den Fun-Faktor, hast du deine Botschaft echt super rüber gebracht.
    Was mir besonders gefallen hat, war als du geschrieben hast, dass dir die Arbeit an deiner Berufung auch Energie gibt… dem kann ich nur zustimmen. Ist schon erstaunlich, ich kann 18 Stunden abtauchen und „arbeiten“ und es kostet mich nicht, es gibt mir Energie zurück. Während meine Energie im damaligen Job nach 4 Stunden maximum aufgebraucht war.

    Ich bin ein absoluter Berufungs-Junkie und habe beschlossen nur noch das zu tun, was ich liebe <3 juhuuuuu.

    Ich wünsche dir viel Spaß auf deinem weiteren Weg!

    LG Catherine

    • WOW! Du hast es beschlossen und machst es? Das ist großartig. Und ja, die Feinaggression und der Sarkasmus gehören einfach zu mir. Ich beleuchte gern von allen Seiten, jede einzelne hat ihre Berechtigung. Das gehört irgendwie zu mir. Ich kann gar nichts dagegen machen 😉 Aber toll, dass Du dennoch bis zum Schluss drangeblieben bist, das zeichnet für mich die Macher aus. Wie siehst Du das? Danke für Dein Feedback und herzliche Ninja-Grüße

  4. Super Elke, bin begeistert von Deinem Artikel. Du hast das so plastisch geschrieben, dass ich mich auch selbst drin sehen konnte… Immer wieder Kurskorrekturen, immer wieder einen Schritt weiter gehen als am Tag zuvor.

    Ich finde Du lebst Deine Berufung sehr ausgiebig.
    Mach weiter so!

    • So ist es Filiz, immer weiter und weiter, Kurskorrekturen sind Lernaufgaben, wichtige Phasen. Du schaffst das Filiz. Ja ich verspreche es auch und mache es weiter Danke Filiz.

  5. Liebe Elke,
    danke für diesen herzerfrischenden Artikel. Ich liebe deine Art zu schreiben und hab beim Lesen an einigen Stellen so lachen müssen… Danke dafür 😃
    liebe Grüße Steffi

  6. Liebste Elke,
    ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert und bin bei dir. Durchhalten ist da manchmal die einzige Devise. Ich frage mich jeden einzelnen Tag:
    „Wie schaffe ich das heute alles?“
    Mein Liebster kann diese Frage schon nicht mehr hören und antwortet regelmäßig mit sanfter Ruhe:
    „Das fragst du dich schon seit Monaten und kriegst es hin.“

    Ich weiß, dass ich es hinkriege. Die grauen Haare unter den getönten roten vermehren sich dennoch rasend schnell, da ich on the top zu meinem Geldgeber-Business (1. Selbstständigkeit, die seit 8 Jahren gut läuft) mein neues, erweitertes Business aufbaue (2. Selbstständigkeit).

    „Warum tust du das, wenn dein erstes Business doch gut läuft?“, werde ich manchmal gefragt. Tja, das ist das Ding mit der Berufung … Hach, das Leben eben. Da kann frau einfach nicht weglaufen 😉 und stehenbleiben ist auch keine Wahl, denn das Leben kommt ja immer wieder um die Ecke und ruft. 🙂 Voll rein begeben. Einfach machen. Schritt für Schritt. Ich geh dann mal weiter. 🙂

    Danke dir!
    Herzensgruß
    Sabine

    • Liebe Sabine, vielen Dank für Dein herzerfrischendes Feedback. Bettina gab mir heute den Link, damit ich selbst antworten kann. So macht es echt Freude eine Kolumne zu schreiben. DANKE dafür.

  7. Hach liebe Elke,
    genial! Das wird alles gerne mal unter den Tisch gekehrt bei den ganzen „Finde-Deine-Berufung-und-Du-bist-auf-immer-glücklich“. Es ist und bleibt Arbeit und braucht eine gehörige Portion Durchhaltevermögen. Unter anderem :D.
    Besten Gruß aus Köln,
    Isabel

  8. Liebe Elke,

    ein wirklich sagenhafter Text, der einem wieder vor Augen führt, dass von nichts auch nichts kommt und das man mit seiner Berufung nicht sogleich ans Ziel gelangt. Jedoch mit harter Arbeit und Investition und dem Herzblut, was mit einer Herzensaufgabe einhergeht, durchaus persönliche Ziele erreichen kann. Dein Text ist ein guter Motivationsschub um weiterhin am eigenen Traum festzuhalten und vor allem daran zu arbeiten. Vielen Dank dafür!!!

    Viele Grüße
    Nataliya

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